Jedenfalls kriege ich nicht immer alles mit.
Ich hoffe jedoch, jedem ist aufgefallen, wie sehr ich mich zurückgehalten habe; bei Minusgraden im April keinen dummen Spruch bezüglich der Hitzekatastrophe, die uns bevorsteht. Holland Land unter, mindestens fünf Meter und so. Das stand uns bevor, vor Allem, weil wir auf unseren Autobahnen schneller fahren dürfen als der Rest der Welt. Aber jetzt fällt die Katastrophe aus und das schreibt nicht irgendein blogger, der ja eh keine Ahnung hat, sondern klimakatastrophengläubige Wissenschaftler im Magazin Nature Geoscience (und wenn eine Zeitschrift so einen Namen hat, dann ist bestimmt alles richtig, was da drin steht).
Ich erwähne das hier nur so, weil diese Meldung nicht gerade als Topseller durch den Blätterwald oder die Internetgemeinde rast. Wer das wirklich wissen will, muss schon ein bisschen googlen.
Nach dem esc, den Sohn still und glücklich matchboxautosspielend ertragen hat, bringe ich ihn ins Bett, hundemüde. Sohn hingegen ist auch hundemüde, aber natürlich voller Tatendrang. So ein Bett ist aber auch ein geiles Trampolin.
Papa: "Sohn, leg Dich jetzt hin und hör auf hier rumzutoben!"
Sohn: "Wieso?" Ja, wir wissen, es gibt keine dumme Fragen, nur dumme Antworten. Also antworte ich ehrlich und ruhig und belehrend (Kinder wollen immer was lernen, sie gieren sozusagen nach Belehrungen).
Papa: "Weil wir mitten in der Nacht habe, weil Papa schlafen möchte, weil alle Menschen schlafen müssen, damit sie am nächsten Tag wieder wach und ausgeschlafen sind, weil das hier kein Trampolin ist und weil DU DICH JETZT VERDAMMT NOCH MAL HINLEGST!"
Sohn: "Achso." Legt sich hin und schläft.
Fortuna ist abgestiegen. Hat ja wohl jeder am Samstag mitbekommen. Jeder? Nein, ein kleiner Teil der Fortunafans saß zu Hause und hörte die Konferenz: Fortuna liegt klar zurück und Tore schießen die eh keine und Augsburg gewinnt und Hoffenheim liegt in Dortmund zurück. Also Relegation, alles klar, kann ich dem Drängen des Sohnes nach einem wirklich interessanten Fußballmatch auf der Wiese hinterm Haus nachgeben. Erst am Sonntagabend auf der Couch schaute ich noch mal Bundesliga, ein letztes Mal in diesem Frühling, und merkte so nach und nach, dass ich einem der spannendsten und blödesten Abstiegskrimis der Geschichte nicht nur nicht beigewohnt hatte, sondern ihn sogar vollständig verpennt hatte. Und irgendwie wurde mir da bewusst, dass ich mich glücklich schätze, nicht mehr von einem Fussballverein emotional abhängig zu sein. Scheißegal, fahren wir halt wieder nach Bielefeld.
So long Chris
P.S. Mir fallen drei Definitionen zum Wort "Auslaufmodell" ein, die sich nicht auf nicht mehr produzierte Ware beziehen.