Am Freitag bekam ich eine persönliche Nachricht. Mein Kollege, der mir gegenüber saß, bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Wenn mich etwas aus der Fassung bringt, dann muss es schon etwas Außergewöhnliches sein. Wortlos hielt ich ihm die Nachricht hin; eine halbe Stunde lang machte ich nichts anderes mehr, als dazu sitzen und nichts zu tun.
Lucano oder zuletzt Firefox78 ist gestorben.
Eigentlich könnte mich das einfach nicht berühren. Ein Kerl aus Braunschweig, den ich weder persönlich getroffen habe, noch besonders häufig privat kontaktiert habe, ist halt nicht mehr bei blog.de. Ein Bayern Fan weniger.
Aber so ist es halt nicht. Er war dafür ein zu netter Mensch, als dass es mich nicht treffen könnte. Niemand schrieb so intim, niemand war so sehr Kind in seinem Erwachsensein. Er war ein einmaliger Mensch. So einer von der Sorte, von denen man sagt: Wären alle so wie er, dann wäre diese Welt eine bessere. Und jetzt, mit nur 33 Jahren hat sein Körper den Kampf verloren, obwohl sein Geist noch Jahrzehnte verdient hätte.
Es ist ein Verlust, seine Geschichten nicht mehr zu haben. Er fehlt, weil man immer wußte, er ist da, er kann regulieren, wenn ich zuviel war, er ermunterte, wenn ich zuwenig war.
Seit Freitag denke ich jeden Tag an ihn, seit Freitag versuche ich, diesen blog Eintrag zu schreiben; und gestern Abend, gestern Abend hatte ich Tränen in den Augen, weil mir schlagartig bewusst wurde, dass ich seinen Namen vergessen hatte. Lucano, FireFox und all die anderen Namen, egal, ich habe SEINEN Namen vergessen.

Mach´s gut, wo Du jetzt bist, komm ich nie hin,

Chris